{"id":3988,"date":"2017-07-07T00:36:06","date_gmt":"2017-07-06T22:36:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/?p=3988"},"modified":"2019-01-03T23:57:46","modified_gmt":"2019-01-03T21:57:46","slug":"granfondo-stelvio-santini-hart-am-limit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/?p=3988","title":{"rendered":"Granfondo Stelvio Santini: Hart am Limit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich befinde mich in einem wundersch\u00f6nen St\u00fcck Bergwald und schiebe mein Rennrad \u00fcber eine Betonpiste eine steile Rampe hinauf. Nicht etwa fluchend tue ich das. Ich schiebe im Schongang. Zum Fluchen habe ich keine Energie \u00fcbrig. Ehrlich gesagt bin ich mir auch nicht 100%ig sicher, ob das Waldst\u00fcck wirklich wundersch\u00f6n ist&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie gehen einem n\u00e4mlich die Adjektive aus, wenn man am Limit ist. Bei einem bin ich mir aber absolut sicher. N\u00e4mlich wie steil genau besagte Betonpiste ist, auf der ich mich hier gerade befinde. ABARTIG steil! Ich habe Fu\u00dfg\u00e4nger im Rennradsport bisher immer etwas milde bel\u00e4chelt. Rennradfahren, und das insbesondere als Rennsport, ist keine Wanderveranstaltung. Schon allein das Schuhwerk ist v\u00f6llig ungeeignet zum Wandern. Es hei\u00dft v\u00f6llig zu Recht RadrennFAHREN und nicht RadrennGEHEN. Aber hier und jetzt im obersten Teil dieses oberfiesen Passes mit gerade einmal 1700 H\u00f6henmetern auf Passh\u00f6he verabschiede ich mich ehrf\u00fcrchtig von meiner bisherigen Einstellung, denn: ich schiebe! Und der Pass, den ich hochschiebe hei\u00dft MORTIROLO. Den muss man nicht, aber man darf ihn schon einmal ein kleines St\u00fcck hochschieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ber\u00fchmt und ber\u00fcchtigt ist der Mortirolo in Rennradlerkreisen seit je her. Jeder echte Radsportfan kenn ihn vom Giro d&#8217;Italia, seit dieser hier regelm\u00e4\u00dfig vorbeikommt. Es gibt f\u00fcr die Auffahrt einige Varianten. Am besten kann man das bei quaeldich.de nachlesen. Die Variante, die hier gefahren wird, ist der Anstieg von Tovo di Sant&#8217;Agata. In dem Zusammenhang f\u00e4llt zumindest im Rahmen der Beschreibung von quaeldich.de einmal der Begriff &#8222;Horror pur&#8220;. Aber wie steil dieser Horror wirklich ist, dass kann man eben erst dann sagen, wenn man es selbst gefahren ist &#8230; oder eben geschoben hat \ud83d\ude09 Immerhin befinde ich mich in guter Gesellschaft. Fast alle Teilnehmer schieben hier im oberen Teil. Nur die besten Fahrer, die leichteste Fahrer oder die Fahrer mit der am cleversten gew\u00e4hlten \u00dcbersetzung treten hier noch hoch. Schon vor dem Rennen war klar: der Beste und der Leichteste bin ich sicher nicht. Leider habe ich auch die \u00dcbersetzung heute nicht clever gew\u00e4hlt.&nbsp; Klar: vorne fahre ich dreifach Aber das Ritzelpaket ist v\u00f6llig falsch. Hinten ist mein gr\u00f6\u00dftes Ritzel ein 26er. Fast alle um mich herum fahren nur 2-fach, w\u00e4ren also in der Hinsicht klar im Nachteil Aber was bei meinen Mitstreitern dann teilweise hinten als gr\u00f6\u00dftes Ritzel drauf ist, kommt eher aus der Ultra-Mountainbike Szene: 32er Ritzel dominieren das Bild. Man kann das rechnerisch sicherlich zerlegen und totdiskutieren, aber ich denke, dass ich kompakt mit 32er Ritzel auch besser gefahren w\u00e4re. Alleine aber auch schon 28 er hinten h\u00e4tte gereicht um nicht auf Stufe der Fu\u00dfg\u00e4nger degradiert zu werden. Wie man es auch dreht und wendet: ich schiebe. Aber auch die mit dem 32er Rettungsring schieben zu Hauf. Die Schiebepassage ist gl\u00fccklicherweise nur ein paar hundert Meter lang. Aber trotzdem irgendwie deprimierend. Geh\u00f6re ich jetzt schon zum alten Eisen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber springen wir doch erst einmal an den Anfang des Geschehens. Startzeit 7 Uhr Bormio Downtown. Ich stehe in einer unfassbaren Menge von Menschen und Hightech-Rennmaschinen. Es gibt sicherlich gr\u00f6\u00dfere Veranstaltungen, aber ein Start in einem Feld mit knapp 3000 Teilnehmern ist schon extrem beeindruckend.<\/p>\n<div id=\"attachment_4060\" style=\"width: 1002px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_005_web25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4060\" class=\"wp-image-4060 size-full\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_005_web25.jpg\" alt=\"\" width=\"992\" height=\"744\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_005_web25.jpg 992w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_005_web25-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_005_web25-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 992px) 100vw, 992px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4060\" class=\"wp-caption-text\">Bild von der Anreise nach Bormio: Blick nach Sonnenuntergang vom Umbrailpass auf die Passh\u00f6he am Stilfser Joch (Stelvio). Die Szene wirkt d\u00fcster und kalt. Aber beim Rennen war&#8217;s dann ganz sch\u00f6n hei\u00df.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_4062\" style=\"width: 1002px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_107_web25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4062\" class=\"wp-image-4062 size-full\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_107_web25.jpg\" alt=\"\" width=\"992\" height=\"744\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_107_web25.jpg 992w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_107_web25-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_107_web25-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 992px) 100vw, 992px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4062\" class=\"wp-caption-text\">Bormio, 11 Juni 2017. Es 5:30 Uhr und alles ist &#8230;<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_4063\" style=\"width: 754px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_110_web25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4063\" class=\"wp-image-4063 size-full\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_110_web25.jpg\" alt=\"\" width=\"744\" height=\"992\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_110_web25.jpg 744w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_110_web25-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4063\" class=\"wp-caption-text\">&#8230; STARTKLAR!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu kommen nun am diesen Tag auch noch \u00e4u\u00dfere Traumbedingungen. Habe ich bisher in diesem Jahr am Start jeweils gefroren, so ist das hier Rennradlers-Himmel am Start. Die Sonne ist bereits aufgegangen. Kein W\u00f6lkchen weit und breit und es ist schon angenehm warm. Alles deutet auf einen hei\u00dfen Tag hin. Was will man bei einem Marathon, der auf fast 3000 Metern \u00fcber dem Meer endet mehr? Am Start wird diskutiert, gelacht und geselfiet. Es herrscht ein Sprachen-Wirrwarr um mich. Ich glaube Italienisch und Englisch dominieren. Countdown f\u00fcr den ersten Startblock: 3, 2, 1\u2026 los! F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter setzt sich auch die Masse meines Startblocks langsam in Bewegung. Kilck, Klick, Klack, Klick\u2026Hunderte von Schuhen haken ger\u00e4uschvoll in die Pedale ein: La Musica Cyclista. Bereits wenige Minuten nach dem Start rase ich inmitten des Feldes gen Richtung Tirano. Das konstant leichte Gef\u00e4lle der breiten Stra\u00dfe bildet die Grundlage f\u00fcr einen unvergleichlich langen Rausch der Geschwindigkeit. Und das geht nat\u00fcrlich auch nur deshalb, weil die Stra\u00dfe vom Veranstalter super gesichert ist und keine Autos unterwegs sind. Die Stra\u00dfe ist zu diesem fr\u00fchen Zeitpunkt sogar noch komplett f\u00fcr den Autoverkehr gesperrt. Und so l\u00e4uft es fast 50 Kilometer auf Hochtouren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich komme also zum Teglio. Ein \u201ePixel-Fehler\u201c im H\u00f6henprofil? Beim Blick auf das Streckenprofil habe ich mich gestern noch gefragt \u201eIst der kleine H\u00fcgel wirklich der Rede wert? Muss ich da \u00fcberhaupt runterschalten?\u201c Also das war denn wohl ein klarer Fall von \u00dcberheblichkeit! Um die beiden Fragen ganz klar zu beantworten: Ja der \u201eH\u00fcgel\u201c ist der Rede wert und ja, man muss runterschalten. Ganz gewiss sogar. Ein scharfer Knick der Stra\u00dfe nach rechts in beendet die bis dato angenehme Fahrt ziemlich unsanft. Die Zeitnahme etwas weiter unten lie\u00df noch nichts derart Schlimmes erahnen. Aber hier und jetzt geht\u2018 zur Sache. Und zwar ordentlich. Bereits nach wenigen 100 Metern Anstieg gehen den ersten Fahrern die Ritzel aus: Fortsetzung folgt zu Fu\u00df. Der Kies auf der Stra\u00dfe tut sein \u00dcbriges und bei knapp 15% rutschen direkt vor mir einige Leute zur Seite und steigen fluchend, entkr\u00e4ftet und frustriert ab. Das Ausweichman\u00f6ver auf der nur 2 bis 3 Meter breiten Stra\u00dfe erfordert akrobatische H\u00f6chstleitung. Auch ich muss bereits hier unerwartet an mein Limit gehen, um das Rennen im Sattel und fahrenderweise fortzusetzen. \u201eFussg\u00e4ngertum\u201c beim Radrennen war mir bisher fremd und so sollte es auch bleiben\u2026 Aber dieser Teglio ist im Mittelteil schon wirklich sacksteil! Endlich ist es geschafft. Ich passiere die erste der drei Zeitnahmen f\u00fcr die drei Anstiege Teglio, Mortirolo und Stelvio. Die zus\u00e4tzliche Zeitnahme an den Anstiegen ist mir pers\u00f6nlich aber ehrlich gesagt egal. Durchkommen und gut abschneiden ist meine Devise. F\u00fcr den Teglio bin ich mit meiner Leistung zufrieden, auch wenn ich den wirklich untersch\u00e4tzt habe. Die Verpflegungsstelle oben spare ich mir. Dort herrscht noch mehr Gedr\u00e4nge als am Anstieg. Ich ziehe mir kurz einen Apfel aus der Trikottasche rein und st\u00fcrze mich im n\u00e4chsten Augenblick wieder Richtung Tal. Kurzer Blick nach rechts unten: Faszinierender! Wie aus der Vogelperspektive. Aber f\u00fcr mehr Sightseeing ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Unten angekommen geht es \u00fcber die den Flu\u00df Adda bei Treseda sofort in den n\u00e4chsten kleinen Anstieg Richtung Motta. Aber dieser ist mit seinen etwas mehr als 200 H\u00f6henmetern ist im Vergleich zum Teglio einfach und macht mir wieder Mut. Es l\u00e4uft. Nach einer kurzen Abfahrt geht es weiter entlang der Adda parallel zur Strecke beim Hinweg. Der Anstieg wieder hinauf Richtung Bormio ist hier im unteren Teil ist weniger schlimm als bef\u00fcrchtet. Fast schon entspannt geht es den Flu\u00df entlang. So entspannend, dass man fast meinen k\u00f6nnte auf der falschen Route zu sein. Der Radweg auf der linken Seite stromaufw\u00e4rts nach Tirano ist wirklich sehr malerisch und steigt kaum merklich an. Aber obwohl ich ganz gut dahin rolle, so taufrisch f\u00fchle ich mich schon nicht mehr. Und das Gef\u00fchl zu diesem fr\u00fchen Zeitpunkt des Rennens sollte doch etwas besser sein. Die beiden Hammeranstiege kommen ja erst noch. Nun ja, leicht bedenklich, aber kein Grund zu Beunruhigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Lovero \u00fcberquert die Rennstrecke die Adda wieder. Gleich ist Tovo di Sant\u2019Agata erreicht und es wird ernst. Die Verpflegungstelle bei Tovo di Sant\u2019Agata direkt vor der Abzweigung zum Mortirolo wurde bereits in der Abfahrt passiert. Sie liegt punktgenau vor der Abzweigung zum Mortirolo und das ist wohl sinnvoll so. Obwohl sich das Fahrerfeld mittlerweile sehr zerstreut hat, geht es wieder sehr trubelig zu. Knapp 3000 Fahrer zerstreuen sich halt dann doch nicht so schnell. Ich greife zu, denn das B\u00fcffet ist lecker: es gibt jede Menge Obst, Wurst- und K\u00e4sesemmeln, Kuchenst\u00fccke und Energieriegel, Aber vor allem Mineralwasser, Isodrink und Cola finden rei\u00dfenden Absatz, denn es wird langsam hefig warm um es mal harmlos zu beschreiben. Ob hei\u00df oder kalt, mir pers\u00f6nlich fehlt an solchen Verpflegungsstellen immer der Espresso und in Italien w\u00fcrde ich den erst recht erwarten \ud83d\ude42 Und nat\u00fcrlich fehlen mir wie immer die \u00c4pfel. Also im Vercors und in Belgien konnte ich das ja noch verstehen, aber hier bildet sich ein gro\u00dfes Fragezeichen in mir, denn ich sehe keine Orangenb\u00e4ume oder Bananenpalmen am Wegrand. Daf\u00fcr sehe ich abertausende von Apfelb\u00e4umen. Gebt mir sofort einen Apfel! Aber egal, das Thema hatte ich ja schon fr\u00fcher im Detail beklagt\u2026 Ich greife dankbar zu und lasse es mir schmecken, denn vor dem was jetzt gleich kommt habe ich gro\u00dfen Respekt. Ich kenne den Mortirolo nicht, aber jeder redet nur sehr ehrf\u00fcrchtig oder angsteinfl\u00f6\u00dfend von diesem Anstieg.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie dieser Monsteranstieg endet, davon habe ich ja schon eingangs einen kurzen Eindruck gegeben. Der Einstieg zum Mortirolo von dieser Seite ist ja noch OK. Auch schon sehr steil, aber eben noch gut machbar. Leider ist besagter Einstieg sehr kurz. Zu kurz f\u00fcr mich! Unmittelbar nach Beginn der Zeitnahme lautet die Ansage auf einem Schild am Fu\u00df des Berges \u201e11 km zum Gipfel und im Mittel 11 %. Im Mittel. Mama Mia! Da sollte man ja schon leichte Bedenken haben. Mal \u00fcberlegen: Wann und zu welcher Gelegenheit habe ich bisher in meiner \u201eKarriere\u201c einen Berg bezwungen, der \u00fcber 11 Kilometer im Mittel 11 % Steigung hatte. Niemals! Mein kleinster Gang am Rad ist schnell eingestellt. Bereits nach einem Kilometer ist der sonst \u00fcbliche Rettungsring verbraucht. Und meinen Rettungsring brauche ich sonst eigentlich fast nie! Die Kuchenst\u00fccke, die ich mir unten an der Verpflegungsstelle reingezogen habe verpuffen so schnell, dass ich es fast sp\u00fcren kann. Himmel, ist das ein Berg! Das einzig wirklich \u201eangenehme\u201c an diesem Anstieg ist die Tatsache, dass die Stra\u00dfe fast ausschlie\u00dflich durch den schattigen Wald f\u00fchrt. Und nachdem die Sonne mittlerweile schon ganz sch\u00f6n einheizt, w\u00e4re diese Anstrengung ohne Schatten nur schwer zu ertragen. Reicht auch so schon\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich versuche meine Schwei\u00dftropfen zu kontrollieren, rollt mir ein Teilnehmer vorsichtig entgegen. Ein Geisterfahrer? Will der sich dr\u00fccken? Nein, nicht wirklich. Die rechte Hand hat er an der Bremse, in der linken Hand h\u00e4lt er seine gerissene Fahrradkette. Pech gehabt, das war\u2019s wohl. Bei der Steigung ist so ein Malheur nicht auszuschlie\u00dfen denke ich\u2026 und bete gleichzeitig, dass meine Kette halten m\u00f6ge. Es sei vorweggenommen: sie tut es mirzuliebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits 3 Kilometer nach dem Beginn des Anstiegs schieben die Ersten. Ich weigere mich standhaft und noch geht es auch einigerma\u00dfen. Jungs, das ist viel zu fr\u00fch zu Schieben. Zu Fu\u00df dauert das ja noch ewig! Es sind noch 8 Kilometer! Klar, ich schleiche im Moment auch nur so dahin. Aber zu Fu\u00df, und mit den tollen Spezial-Wanderschuhen die jeder Rennradler so tr\u00e4gt ?, kommt man sich erst recht vor wie eine Schnecke. Im unteren Teil ist der Mortirolo von dieser Seite her wie gesagt gar nicht so schlecht. Zwar schon unglaublich steil, aber der Asphalt ist gut in Schuss. Aber dann!!! Irgendwann ist den Stra\u00dfenarbeitern hier leider das richtige Material ausgegangen. Und weil scheinbar noch genug Beton \u00fcbrig war, haben sie kurzerhand im oberen Teil einfach nur noch Beton auf die Stra\u00dfe gekippt. Dazu dann noch ein paar 10 cm breite Eisenrillen quer \u00fcber die Stra\u00dfe einbetonieren und fertig ist des Rennradlers Horror-Stra\u00dfenbelag! Ja, fertig ist das schon, aber als Stra\u00dfe kann man das jetzt nicht mehr bezeichnen. Eher als besseren Maultierpfad mit durchschnittlich 15- 20 % Steigung. Bei aller heroischen Herausforderung: ob man diesen Pass von dieser Seite wirklich in ein Radrennen integrieren sollte ist mehr als fraglich. Nicht falsch verstehen: ich finde der Mortirolo ist wirklich ein wundersch\u00f6ner Pass\u2026 aber vielleicht eher f\u00fcr Mountainbikes oder f\u00fcr Wanderer (mit den richtigen Schuhen \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das absolute Highlight am heutigen Tag im Anstieg ist aber weder die schleichende Karawane der Radler, noch die m\u00f6rderische Betonpiste mit ihren unmenschlichen 20 %. Nein, das unangefochtene Highlight ist eine Szene der anderen Art. Skurril und zum am\u00fcsant zugleich. Die Situation: Ich befinde mich ungef\u00e4hr bei Kilometer 5 des Anstiegs, als pl\u00f6tzlich ein Telefon irgendwo im Wald bimmelt. Mein Telefon ist es nicht und ich w\u00fcrde auch nicht im Traum daran denken hier und jetzt abzuheben. Mein Puls ist bei 150 bis 160 und alle anderen um mich herum qu\u00e4len sich ebenfalls den Berg hoch. Aber es das Telefon klingelt weiter. Rangehen muss man jetzt nicht unbedingt. Das Letzte, was ich erwartet h\u00e4tte, ist, dass da jetzt jemand rangeht. Aber genau das passiert! \u201ePronto\u201c h\u00f6re ich einen Fahrer vor mir sagen. Der Typ hatte mich gerade noch \u00fcberholt. Das kann jetzt wohl nicht wahr sein \u2013 oder? Er faselt etwas auf Italienisch und weil ihn sein Gegen\u00fcber wohl nicht so richtig versteht, wiederholt er mit zunehmend genervten und kurzatmigen Ton immer wieder das Wort \u201eMortirolo\u201c in sein Telefon. Offensichtlich will er seinem Gegen\u00fcber zu verstehen geben, dass der Anruf gerade ungelegen kommt. Das kommt aber auf der Gegenseite scheinbar immer noch nicht richtig an. Auf jeden Fall bellt der Fahrer immer lauter das Wort \u201eMortirolo\u201c in den H\u00f6rer, w\u00e4hrend ich ihn bereits l\u00e4ngst wieder \u00fcberholt habe. Also ich bin mittlerweile eine Kehre \u00fcber ihm und h\u00f6re ihn klar und deutlich. Nicht gerade der ideale Zeitpunkt f\u00fcr ein Telefonat. Kurze Zeit sp\u00e4ter br\u00fcllt der Mann dann quasi das Wort \u201eMortirolo\u201c durch den Wald, beendet das Gespr\u00e4ch und \u00fcberholt mich wieder. Immerhin: Eichh\u00f6rnchen und Rehe in der n\u00e4heren Umgebung wissen jetzt sicher auch, dass sie am Mortirolo wohnen. Eine kurze, abschlie\u00dfende Frage sei erlaubt: Warum muss man in der Situation f\u00fcr ein so sinnloses Gespr\u00e4ch ans Telefon gehen? Muss man beim Radfahren \u00fcberhaupt ans Telefon gehen??<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1,5 Stunden f\u00fcr gerade einmal 11 km, das ist traurig! Als ich nach circa eineinhalb Stunden oben an der Passh\u00f6he ankomme, bin ich mir absolut sicher, dass ich das Schlimmste an diesem Tag \u00fcberstanden habe. Klar, der Gipfel des Stilfser Joch \u00fcberragt diesen giftigen Alpenzwerg noch einmal um zus\u00e4tzliche 1000 H\u00f6henmeter. Aber im Vergleich zum Mortirolo kann das Stilfser Joch nur noch ein zahnloses Monster sein. Hinzu kommt, dass ich am Vortag des Rennens bereits den Gavia erklommen habe. Der Gaviapass ist fast genauso hoch wie das Stilfser Joch und war gestern gut fahrbar. Diese gro\u00dfen Alpenp\u00e4sse haben n\u00e4mlich oft eines gemeinsam: sie sind f\u00fcr den \u201enormalen\u201c Stra\u00dfenverkehr gemacht. Und in dieser Hinsicht ist ihr Profil ganz anders als das des Mortirolo. P\u00e4sse wie der Gavia und das Stilfser Joch sind zwar hart, aber sie sind \u201efahrbar\u201c. Es ist auch ihr Zweck fahrbar zu sein. Soweit die Theorie. In der Praxis wir sich aber sp\u00e4ter eine Binsenweisheit herausstellen: es kommt erstens anders und zweitens als man denkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber erst einmal steure ich gen\u00fcsslich und mit angemessener Vorsicht den gerade bezwungenen Mortirolo hinunter. Unten heil ankommen ist alles, denn dies ist die letzte Abfahrt des Tages im Rennen. Die Abfahrt vom Stelvio l\u00e4uft dann schon au\u00dfer Konkurrenz. Ich finde dieses Konzept mit dem Ziel oben am Berg super, weil absolut vern\u00fcnftig. Jetzt also nichts mehr riskieren, denn dann erreiche ich mit Sicherheit auch das Ziel. Die Abfahrt l\u00e4uft super glatt. Mir pers\u00f6nlich w\u00e4re es lieber gewesen, wenn man eine Vergleichbare Steigung auch f\u00fcr den Anstieg gew\u00e4hlt h\u00e4tte. Aber wie beim Giro geht es wohl auch hier ein wenig um das Extreme, das ganz Au\u00dfergew\u00f6hnliche, Heroische. Und eben das hatte die gew\u00e4hlte Variante der Auffahrt von bei Tovo di Sant\u2019Agata ganz bestimmt. Man muss im Rennen nehmen was kommt. Das gilt f\u00fcr das Wetter, wie auch f\u00fcr die Stra\u00dfe, solange dabei keine Gefahr f\u00fcr Leib und Leben besteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Abfahrt nutze ich als dringend ben\u00f6tigte Pause und unten am Berg nehme ich auch die n\u00e4chste Verpflegungsstelle gleich wieder mit. Trinken was das Zeug h\u00e4lt. So lautet jetzt das Motto, denn das Quecksilber kratzt jetzt kurz vor Mittag schon bedrohlich nahe an der 30 \u00b0C Marke. Wohl gemerkt: wir befinden uns noch auf 800 H\u00f6henmetern. Beruhigend: es geht weiter nach oben. Es wird also mit Sicherheit von alleine k\u00fchler. Beunruhigend: eben, es geht noch sehr weit nach oben! N\u00e4mlich noch fast 2000 H\u00f6henmeter auf 50 Kilometer. Und erst einmal hei\u00df es jetzt wie beim Monopoly: \u201egehe zur\u00fcck auf &nbsp;Los\u201c. \u201eLos\u201c, das ist in diesem Fall gleichbedeutend mit \u201eBormio\u201c. Gehen muss ich nicht, ich darf fahren. Aber da es immer leicht bergan geht, ziehen sich die Kilometer hoch auf 1400 H\u00f6henmeter nach Bormio wie Kaugummi. Dieser erste Teil dieses Anstiegs nach Bormio ist wahrlich keine furchteinfl\u00f6\u00dfende Steigung. Aber die Stra\u00dfe steigt stetig an und bietet daher keine wirkliche Gelegenheit zur Erholung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erster Teilerfolg: als ich um 13 Uhr an der n\u00e4chsten Verpflegungsstelle an der Via Crocefisso in Bormio eintreffe, besteht kein Zweifel mehr daran, dass ich das Zeitlimit von 14 Uhr f\u00fcr den ultimativen Anstieg zum Stelvio schaffen werde. Die Zeitnahme befindet sich nur etwas weiter oben im Ort. Also kein Problem. Erst noch einmal kurz nachtanken, den Kopf am Brunnen abk\u00fchlen und dann geht\u2019s weiter. Noch ein verfehltes Zeitlimit am Stilfser Joch w\u00e4re aber auch schlimm gewesen. Erst 2014 hatte ich beim damaligen Rennen \u201eEndura Alpentraum\u201c das Zeitlimit f\u00fcr den Anstieg zum Stilfser Joch via Umbrailpass um wenige Sekunden gerissen. Eine \u00e4hnliche Wiederholung w\u00e4re dann schon so eine Art \u201eStilfser Joch Trauma\u201c geworden. Heute ist alles paletti. Das Wetter ist fantastisch, die Kulisse auch und ich nehme gut gest\u00e4rkt die letzte und l\u00e4ngste Herausforderung des Tages an: den Stelvio. 1500 H\u00f6henmeter von Bormio aus. Im Ort kann man zum letzten Mal entspannt Luft holen. \u00dcber die alte Steinbr\u00fccke \u201ePonte di Combo\u201c geht es durch das Zentrum von Bormio \u00fcber die sch\u00f6ne Piazza Cavour vorbei am Torre Kuerc. Und dann beginnt in der Via della Vittoria auch schon der Anstieg noch im Ort. Bereits in der Via Monte Braulio noch innerhalb des Ortes kann ich erahnen, was gleich folgen wird. Die Zeitnahme startet am \u00dcbergang zwischen Via Monte Braulio und Via Stelvio.<\/p>\n<div id=\"attachment_4059\" style=\"width: 2170px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_017_web25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4059\" class=\"wp-image-4059 size-full\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_017_web25.jpg\" alt=\"\" width=\"2160\" height=\"784\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_017_web25.jpg 2160w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_017_web25-300x109.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_017_web25-768x279.jpg 768w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_017_web25-1024x372.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2160px) 100vw, 2160px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4059\" class=\"wp-caption-text\">Sich nach oben schrauben hei\u00dft es zum Schlu\u00df: Kehre um Kehre<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich h\u00f6re in mich hinein. Ich bin mir noch nicht 100 prozentig sicher, aber ich denke meinen urspr\u00fcnglichen Plan am Stelvio dann mal Gas zu geben kann ich vergessen. Im Vorfeld hatte ich mir das so gedacht erst am Stelvio so richtig Gas zu geben. Der Plan war, den kleinen Teglio als Aufw\u00e4rm\u00fcbung zu fahren, sich am Mortirolo sehr zur\u00fcckzuhalten und dann am Stelvio so richtig Gas zu geben. Soweit der Plan. Soweit die Theorie. Aber tats\u00e4chlich lief es bisher so, dass ich mich am Teglio schon ganz sch\u00f6n reinh\u00e4ngen musste und am Mortirolo bereits jede Menge K\u00f6rner lassen musste, weil das Teil so unversch\u00e4mt steil war. Und jetzt befinde ich mich hier am Einstieg zu Stelvio und\u2026 Anstatt nunnjede einzelne Kehre und jeden einzelnen der folgenden 20, z\u00e4hen Kilometer zu schildern, m\u00f6chte ich lieber kurz vom sogenannten \u201eAlpe d\u2019Huez Effekt\u201c erkl\u00e4ren. Genau der stellt sich n\u00e4mlich jetzt bei mir ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAlpe d\u2019Huez Effekt\u201c? Was soll das denn sein? Ganz einfach: Wer schon einmal ganz puristisch von Bourg d\u2019Oisans nur und alleine den Anstieg nach Alpe d\u2019Huez gefahren ist, der wird sich vielleicht fragen was an diesem angeblich so mystischen Anstieg nun so toll oder schwierig sein soll. Klar, es geht 14 Kilometer den Berg hoch. Aber das alleine ist nicht wirklich etwas Besonderes. 14 Kilometer vergleichbaren Anstieg kann man in den Alpen an vielen Stellen auch so haben. Der Clou ist aber eben, dass man die Alpe d\u2019Huez nie allein sehen darf, sondern immer im Kontext eines gesamten Rennverlaufs. 2006 beim \u201eLa Marmotte\u201c konnte ich das hautnahe erleben. Am Vortag des Rennens bin ich von Bourg d\u2019Oisans entspannt nach Alpe d\u2019Huez hochgeradelt und habe mir meine Startnummer abgeholt. Alles ganz easy. Am folgenden Tag beim Rennen sah das total anders aus. Es ging von Bourg d\u2019Oisans \u00fcber den Col de Lautaret, dann \u00fcber den m\u00e4chtigen Col du Galibier. Erst der finale Anstieg der Trilogie des Tages hie\u00df dann Alpe d\u2019Huez. Mit der Vorgeschichte \u201eLautaret \/ Galibier\u201c in den Beinen f\u00fchlte sich die Alpe dann vollkommen anders an. Es lief an diesem Tag damals f\u00fcr mich nicht z\u00e4h oder m\u00fchsam, auch wenn es unbeschreiblich hei\u00df war. Aber 2006 war ich halt auch noch ein paar Tage j\u00fcnger. Zudem gab es bei Alpe d\u2019Huez teilweise Unmengen an Zuschauern. F\u00fcr ein Jedermannrennen v\u00f6llig ungew\u00f6hnlich. Auf jeden Fall aber lief es sicherlich nicht ann\u00e4hern so einfach wie am Vortag. Das ganze Renngeschehen zuvor &#8211; die Anstiege und die Hitze &#8211; hatten ihren Preis gefordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute am Stelvio ergeht es mir \u00e4hnlich wie damals, aber leider bin ich ein paar Tage \u00e4lter und mir fehlt heute, an diesem Tag absolut die damalige Spritzigkeit. Das Wetter ist zwar bombastisch und ich kann mir keine besseren, \u00e4u\u00dferen Bedingungen f\u00fcr mein Rennen vorstellen, aber nach nur wenigen Kilometern hoch zum Joch ist die Luft bereits und ich kann nicht mehr beschleunigen \u2013 keine Chance. Und ganz im Gegenteil geht es bereits nach kurzem darum einfach nur noch durchzuhalten. Die imposanten, steil aufragenden Felsw\u00e4nde, die Galerien, die beeindruckende Salve aus Spitzkehren, die rauschenden Gebirgsb\u00e4che und pfeifenden Murmeltiere erweisen sich in den n\u00e4chsten beiden Stunden lediglich als bessere Statisten in einem erbitterten Kampf um jeden einzelnen H\u00f6henmeter hinauf zum Ziel beim Gipfelhaus. Bereits 10 Kilometer vor dem Ziel gehe ich in den LkW-Modus: langsam und gleichm\u00e4\u00dfig robbe ich mich das Asphaltband nach oben und vermeide so gut es geht jede Beschleunigung. Eine einzige Beschleunigung k\u00f6nnte n\u00e4mlich eine zu viel sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Taktik geht auf. Nach schlappen 8 Stunde und 48 Minuten (Sekunden und zehntel Sekunden spare ich mir) rolle ich \u00fcber die Ziellinie. Durchschnittsgeschwindigkeit 17,14 km\/h. Unterirdisch! Aber auch so habe ich das Ziel erreicht \u2013 die Durchschnittsgeschwindigkeit ist mir im Moment aber auch so etwas von egal! Ich bin einfach nur froh und gl\u00fccklich es geschafft zu haben. Einer der Helfer dr\u00fcckt mir das offizielle Finisher-Capi in die Hand. Und fr\u00e4gt mich dann, ob ich Lust auf ein Interview h\u00e4tte. Von mir aus, solange ich daf\u00fcr nicht noch einen Berg hochfahren muss. Ich werde vor eine Kamera von \u201eRadio Number One\u201c platziert und so einfach mal loslegen. Ich lege los. Mir ist jetzt klar, wieso die Profis nach einem Wettkampf in den Interviews immer so einen Bl\u00f6dsinn reden. Wenn man so fertig und ausgelaugt ist kann man einfach nur noch Bl\u00f6dsinn reden. Das geht nicht anders. In so einem Moment unmittelbar nach einer solchen Anstrengung fehlen einem die Kraft, die Luft und der Verstand um auch nur etwas halbwegs Intelligentes zu sagen. Dementsprechend bin ich ein paar Tage sp\u00e4ter auch heilfroh, dass mein Beitrag in dem Zusammenschnitt des Radiosenders nicht dabei ist ?.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Epilog: Eine Cappuccino, ein Wei\u00dfbier und zwei Stunden sp\u00e4ter verlasse ich die herrliche Sonnenterrasse auf der Passh\u00f6he des Stelvio gut erholt und rolle hinunter nach Bormio. Und ich freue mich bereits auf eine kleine Tour und ein paar H\u00f6henmeter als Ap\u00e9ritif n\u00e4chsten Tag \u2013 und das ist immer ein gutes Zeichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Servus bis zur n\u00e4chsten Challange oder Tour<br \/>\nRobert<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><b><i>Schnappschuss des Tages<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_4007\" style=\"width: 2266px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_058_web50.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4007\" class=\"size-full wp-image-4007\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_058_web50.jpg\" alt=\"\" width=\"2256\" height=\"1504\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_058_web50.jpg 2256w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_058_web50-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_058_web50-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_058_web50-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2256px) 100vw, 2256px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4007\" class=\"wp-caption-text\">Bergab geht&#8217;s hinterher leichter &#8211; selbst mit Gep\u00e4ck \ud83d\ude42<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_4064\" style=\"width: 826px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_115_web25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4064\" class=\"wp-image-4064 size-full\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_115_web25.jpg\" alt=\"\" width=\"816\" height=\"612\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_115_web25.jpg 816w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_115_web25-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170610_bormio_gavia_115_web25-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 816px) 100vw, 816px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4064\" class=\"wp-caption-text\">Unten im Tal hat&#8217;s mehr Sauerstoff: da kann man besser jubeln \ud83d\ude42<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><b><i>Fotostrecke<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<div class=\"mceTemp\">&nbsp;<\/div>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><em><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p>Streckenl\u00e4nge: ca. 150 km<br \/>\nH\u00f6hendifferenz (Aufstieg): ca. 3980 m&nbsp; gem\u00e4\u00df eigener Aufzeichnung<br \/>\nDurchschnittsgeschwindigkeit (mit Pause &amp; Stops): ca. 16,8 km\/h (laut Ergebnisliste 17,1 km\/h)<br \/>\nDurchschnittsgeschwindigkeit (in Bewegung): 18,2 km\/h<\/p>\n<p><em><strong><span style=\"color: #008000;\">N\u00fctzliche Links<\/span><br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Website Veranstalter \/ Anmeldung:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.granfondostelviosantini.com\/\">Granfondo Stelvio Santini<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em><span style=\"color: #008000;\">Strecke<\/span><br \/>\n<\/em><\/strong>herunterladen: Rechtsklick auf &#8222;Download&#8220; unten und &#8222;Ziel speichern unter&#8230;&#8220;<strong><em><br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n[sgpx gpx=&#8220;\/wp-content\/uploads\/gpx\/20170611_bormio_gf_stelvio.gpx&#8220;]\n<p><span style=\"color: #008000;\">&nbsp;<em><strong>Und dann hier noch mehr Daten (wen es interessiert)<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_karte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4010\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_karte.jpg\" alt=\"\" width=\"1055\" height=\"648\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_karte.jpg 1055w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_karte-300x184.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_karte-768x472.jpg 768w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_karte-1024x629.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1055px) 100vw, 1055px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_profil.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4011\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_profil.jpg\" alt=\"\" width=\"1535\" height=\"749\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_profil.jpg 1535w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_profil-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_profil-768x375.jpg 768w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_profil-1024x500.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1535px) 100vw, 1535px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_statistik.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4009\" src=\"http:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_statistik.jpg\" alt=\"\" width=\"1077\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_statistik.jpg 1077w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_statistik-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_statistik-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.radl-kini.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170611_bormio_gf_stelvio_statistik-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1077px) 100vw, 1077px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich befinde mich in einem wundersch\u00f6nen St\u00fcck Bergwald und schiebe mein Rennrad \u00fcber eine Betonpiste eine steile Rampe hinauf. 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